Mitgliederversammlung des NABU Friedberg am 12. März 2020

In der Mitgliederversammlung stellte Ruth Müller, Sprecherin des Vorstands, den Bericht des Vorstands für 2019 und einen Ausblick auf 2020 vor. Umfangreiche Arbeiten flossen in die drei größten Projekte des NABU Friedberg.Trafoturm in Dorheim
Dieser wurde 2019 von der Stadt Friedberg dem NABU übergeben, der diesen zum Tierhotel umgestalten möchte. Nach dem Einbau eines stabilen Gerüstes im Inneren wurde bereits ein Nistraum für eine Schleiereule eingerichtet. In der ersten Märzwoche 2020 wurden erstmals tote Mäuse in diesem Kasten gefunden. Dies belegt, dass der Nistraum bereits angenommen wird. Weitere umfangreiche Arbeiten stehen noch an.

NABU-Grundstück am Dorheimer Wingert
Bei der erforderlichen Überarbeitung des Bauantrags für eine Lagerhütte, die wie das Grundstück auch, gemeinsam mit den Imkern (Imkerverein Friedberg und Umgebung) genutzt werden soll, gab es erhebliche Verzögerungen. Der Änderungsantrag zum Bauantrag wurde somit erst im Januar 2020 beim Bauamt eingereicht. Die Rückmeldung steht noch aus. Wir erwarten aber eine positive Nachricht, da wir im Vorfeld bereits mit der Unteren Naturschutzbehörde den Antrag abgestimmt hatten.
Sobald wir einen positiven Bescheid erhalten haben, werden wir an die Umsetzung der Planung gehen.

Blumenwiese an der Diebsschleiche in Dorheim
Die Einsaat entwickelte sich Anfang 2019 sehr gut und wir konnten das Ergebnis im Juni den Besuchern im Rahmen einer Veranstaltung vorstellen. Das rund 1.300m² große Grundstück wurde 2 mal gemäht, wobei jeweils ein Teil stehenblieb. Diese Flächen stellen ein Rückzugsgebiet für Insekten und Kleinsäuger dar. Mit der Entwicklung der Pflanzenwelt in 2019 waren wir sehr zufrieden. Auch eine ganze Reihe von mehr der weniger seltenen Insekten konnten hier beobachtet werden.

 

Eine Zusammenstellung der wichtigsten Aktivitäten finden Sie im Tätigkeitsbericht.

 

Nach der Vorstellung des Kassenberichtes und des Berichtes der Kassenprüferinnen wurde der Vorstand entlastet. Der NABU Friedberg wurde im Dezember 1978 gegründet und besteht damit inzwischen über 40 Jahre. In der Mitgliederversammlung wurden 8 weitere Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft mit einer Urkunde und einer Ehrennadel ausgezeichnet. Weitere Mitglieder wurden für 20 Jahre ausgezeichnet, darunter auch das heutige Vorstandsmitglied Harald Bernd.    

 

7. März - Steinkauzexkursion über den Wingert

Es regnete nicht und es war fast windstill – beste Voraussetzungen also für die vom NABU Friedberg angebotene Steinkauzexkursion. Und so begaben sich unter Führung von Wolfgang Köhler, langjähriges NABU-Mitglied, eine Gruppe Interessierter auf die Exkursion über den Dorheimer Wingert. Köhler beschrieb zunächst das Leben der Steinkäuze und machte deutlich, „dass der possierliche Steinkauz sein Lieblingsvogel ist.“

 

  Auf dem Weg über den Wingert, einer etwas anderen Route als in den Vorjahren, waren recht schnell die ersten Rufe von Steinkäuzen zu hören, nach dem Köhler seine Lockflöte auspackte. Nach kurzer Zeit waren dann Rufe aus zwei unterschiedlichen Richtungen zu vernehmen. Schließlich entspann sich ein „Wettstreit“ um das Revier, der mit energischen Warnrufen ausgetragen wurde. Die Gruppe verharrte hier eine ganze Weile und lauschte. Zwischendurch ließen sich auch Amseln und Singdrosseln vernehmen. Langsam ging es dann zu einem weiteren bekannten Revier. Dort war aber an diesem Abend „niemand zu Hause und vielleicht gerade mit der Nahrungsbeschaffung beschäftigt“.

 

  Kurz vor dem Ende der Exkursion, die wie – fast immer beim NABU Friedberg – mit einem kleinen Imbiss und heißen Getränken endete, konnten die Besucher das nächste „Streitgespräch unter Käuzen“ vernehmen. Offen blieb nur, ob es zwei oder gar drei Exemplare waren, die ihr Revier verteidigten. Ebenfalls aktiv war auch eine Waldohreule, die am Rand vom Dorheimer Wingert rief.

29. Februar - Sauberes Friedberg: Wir haben uns an der Müllsammelaktion in Friedberg beteiligt

Mit einer Helfer-Gruppe von 16 Personen hat sich der NABU Friedberg alleine in Dorheim an der Müllsammelaktion Sauberes Friedberg beteiligt. Hinzu kamen weitere NABU-Mitglieder in den anderen Stadtteilen. Marion Götz, Erste Stadträtin in Friedberg, zu dem Engagement des NABU Friedberg: "Ihnen und allen Aktiven möchte ich bei dieser Gelegenheit nochmals herzlich danken für Ihren tollen Einsatz am gestrigen Tag !"

Den Dank gibt Ruth Müller, Vorstandssprecherin des NABU Friedberg, gerne an alle NABU-Mitglieder, die sich beteiligt haben weiter. Hervorgehoben werden sollen auch die Kinder der NABU-Gruppe, die ebenfalls an der Sammelaktion beteiligt waren.

 

15. Februar - Obstbaumschnittkurs

Wie werden Obstbäume geschnitten? Wann ist der richtige Zeitpunkt hierfür und welche Werkzeuge werden benötigt? Gibt es Empfehlungen, die gleichermaßen für alle Obstbaumsorten und Bäume in unterschiedlichen Altersstadien gelten? Viele Fragen rund um die Pflege von Obstbäumen bewegten die 16 Teilnehmer, die sich für den Obstbaumschnittkurs des NABU Friedberg angemeldet hatten. Jürgen Faust, Gärtner mit langjähriger Erfahrung in der Obstbaumpflege, stillte als Referent – wie in den Vorjahren – den Wissensdurst der sehr engagierten Teilnehmer.

 

  Nach einer kurzen Begrüßung durch Axel Müller vom NABU Friedberg startete der Workshop mit Tipps rund um die erforderlichen Arbeitsgeräte. Beim Schnitt junger Bäume sollte das Augenmerk auf der Bildung eines stabilen Astgerüstes mit drei bis fünf Leitästen liegen. Mittelalte und ältere Bäume gilt es auszulichten. „Ein Ast sollte nur eine Wuchsrichtung aufweisen“, so Faust. Gegenseitiges Verschatten führen nur zu Konkurrenz, die sich nachteilig auf die Fruchtbildung auswirkt. Am Holz bildet sich dann teilweise massiver Flechtenbewuchs heraus und den Fruchtansätzen fehlen in diesem Fall Licht und Luft.

 

  „Eine der wichtigsten Regeln beim Baumschnitt ist, immer wieder den Baum aus ein paar Metern Entfernung anzuschauen“, führt Faust aus. Und weiter: „Erst dann kann beurteilt werden, wo noch weitere Schnitte notwendig sind.“ Während bei Baumsorten wie Apfel und Birne der Formschnitt im Winter erfolgen sollte, gilt das z. B. nicht für Kirschen. Hier sind umfangreichere Schnitte nach der Ernte sinnvoll. Gelegentlich werden statt der für Streuobstwiesen üblichen Hochstämme sogenannte Halbstämme zur Neupflanzung empfohlen. Sofern diese nur unzureichend gepflegt werden, erreichen sie aber die gleiche Höhe wie Hochstämme. Im Unterschied zum Hochstamm, dessen bei 1,80 bis 2 Meter am Stamm, liegt die Kronenhöhe beim Halbstamm bei etwa 1,20 bis 1,60 Meter. „Die niedrige Krone ist jedoch beim Mähen hinderlich“, führte Faust aus.

 

  Anschließend begann dann der praktische Teil des Kurses. Dabei leiteten Jürgen Faust und Steffi Müller, NABU Friedberg, die Teilnehmer an. Nach einer kleinen Stärkungspause mit Kaffee, Apfelsaft und Kuchen ging es dann auf eine kleine Rundtour, bei der Schnittmöglichkeiten bei verschiedenen jüngeren Obstbäumen besprochen wurden. Nach rund vier Stunden endete der Schnittkurs für die sehr zufriedenen Teilnehmer und die Organisatoren.

 

19. Januar - Grenzgang in Ossenheim

12. Januar - Spaziergang in die Dorheimer Geschichte - die großen Gutshöfe und der Adel

Plan des alten Dorheim - Die Wetter (Bildmitte) begrenzt Dorheim nach Norden, am unteren Rand der Breidenbach`sche Hof
Plan des alten Dorheim - Die Wetter (Bildmitte) begrenzt Dorheim nach Norden, am unteren Rand der Breidenbach`sche Hof

Wer sich mit der lokalen Geschichte befasst, stellt schnell fest – manche Stadtteile Friedbergs sind älter als die Kernstadt selbst. Und sie haben in Sachen Kultur einiges zu bieten.  Das am Beispiel Dorheims vorzustellen, hatten sich der NABU Friedberg und der Referent Dr. Klaus Rack, Ortsvorsteher und Historiker, beim traditionellen Spaziergang zum Jahresanfang als Thema gewählt. Das Interesse war groß und so konnte Ruth Müller, vom NABU Friedberg rund 45 Gäste begrüßen. Bevor dann Dr. Rack die Führung in die Historie Dorheims startete, ermöglichte der NABU, den Trafoturm und die bisherigen Einbauten zu besichtigen. Den Turm hatte der NABU im Sommer von der Stadt Friedberg zum Umbau in ein Quartier für Schleiereule, Fledermaus und Co. übernommen.

 Dr. Rack führte die Gäste dann in die Historie Dorheims. Bereits im 13. Jh. befand sich im Bereich des heutigen Schlosses eine Wasserburg. Das umfangreich sanierte und umgebaute Schloss ist heute im Eigentum der  Grafenfamilie Solms-Laubach. Rund um das Schloss entstanden einige größere Hofgüter wie der Breidenbach’sche, der Reif’sche und der Mühlhof, deren Gebäude heute noch erhalten sind. Weitere ehemalige Höfe, teilweise mit schön renoviertem Fachwerkfassaden, befinden sich im alten Ortskern. Zu den prominenten Bürgern der Gemeinde gehörte auch der Gutsbesitzer Karl Breidenbach, der1905 als Abgeordneter in den Hessischen Landtag zu Darmstadt gewählt wurde. Aus diesem Anlass stiftete seine Mutter zwei farbige Kirchenfenster, die von Prof. Linnemann gestaltet wurden. Neben vielen Glasfenstern u.a. in Frankfurt realisierte Linnemann auch Fenster für die Friedberger Stadtkirche. Die Bilder sind heute noch in der Johanniskirche vorhanden und einen Blick wert.

  Das Amt Dorheim, zu dem seinerzeit das heutige Bad Nauheim gehörte, war lange Zeit kurhessisch, während die umliegenden Gemeinden Hessen-Darmstadt zugeordnet waren. Diese Insellage und die Sympathie einiger Dorheimer zur Gruppe um die Revolutionäre Büchner-Weidig führten vermutlich dazu, dass sich Büchner vor seiner Flucht aus Deutschland einige Tage in Dorheim aufhielt. Nach vielen Informationen ging es dann noch zum Abschluss des gelungenen Spaziergangs in den Hof der Familie Rack. Bei vom NABU gereichten heißen Getränken und Weihnachtsplätzchen wurde umfangreich diskutiert und festgehalten, Dorheim ist auch in touristischer Hinsicht einen Besuch wert.

  Nur kurz gestreift wurden die "alte Kinnerschul", das Hanauische Amtshaus - heute eine "provisorische" KITA, der ehemalige Veithhof. Da einige Besucher froren, wurde der Rundgang durch die Kreuzgasse einer der ältesten Teile Dorheim nicht mehr durchgeführt. Mit Erstaunen nahmen die Besucher auf, als Klaus Rack über die vielen Gasthäuser sowie das Cafe Faber, in dem auch Frauen zugelassen waren, berichtete.  Dies war übrigens ein Zeichen für den Wohlstand der Gemeinde in der damaligen Zeit. Nach Süden war Dorheim an der Straße nach Friedberg durch das Obertor (auf der Höhe der Fa. Steinwachs) und nach Norden durch das Untertor in Höhe der Wetterbrücke eingegrenzt. Beide Gebäude sind leider nicht mehr vorhanden.