12. Juni 2022 - Kräuterexkursion am Wingert bei Dorheim

 

Bei bestem Wetter startete die Kräuterexkusion des NABU Friedberg. Ruth Müller konnte viele Interessierte begrüßen und als Fachfrau führte Dr. Beate Alberternst die Gruppe durch den Dorheimer Wingert. Sie zeigte den Besuchern eine ganze Reihe von verwertbaren Kräutern, die manchmal ganz unscheinbar an Wegesrändern wachsen.

 

  So fand Alberternst bereits auf dem kurzen Weg zum Wingert die ersten Kräuter am Wegrand, darunter die Wegwarte, mit lateinischem Namen Cichorium intybus, deren Wurzel verwendbar ist (Zichorienkaffee). Auch der seltene Bocksbart, dessen Blütenstiele essbar sind und nach Spargel schmecken und der Beifuß, ein bekanntes Küchengewürz, sind hier zu finden.

 

  Eine Besonderheit sind die derzeit blühenden Pracht-Königskerzen. „Die Blüten lassen sich als Hustentee verwenden“, sagte Dr. Alberternst. „Diese Pflanze wird bei uns als Zierpflanze kultiviert und stammt ursprünglich aus Ost- bzw. Südosteuropa. Nach dem Bau der Umgehungsstraße hat sie sich hier angesiedelt. Vermutlich ist sie mit der angelieferten Erde hierher gelangt.“ Am Eingang zum Wingert machte die Referentin die Teilnehmer auf die Zaunrübe aufmerksam, die für den Menschen giftig ist aber die Nahrungsgrundlage für die Zaunrüben-Sandbiene darstellt. Diese Biene sammelt ihren Pollen und Nektar ausschließlich an der Zaunrübe. Auf den Schafweiden des Wingert fanden sich Pimpinelle und Schafgarbe. Pimpinelle, eines der sieben Kräuter der Grünen Soße, ist essbar und Schafgarbe ist sogar als Heilpflanze bekannt. Typische Pflanzen der angrenzenden Wiesen sind Wiesensalbei und der Glatthafer, die hier weit verbreitet sind.

 

  Verschiedene Bodenstrukturen und Flächennutzungen, wie sie hier auf dem Wingert vorkommen, bieten völlig unterschiedlichen Pflanzengemeinschaften eine Heimat. Die Glatthaferwiesen auf den Streuobstgrundstücken und auf der anderen Seite eine Ackerfläche, also Bereiche mit offenem Boden. Hier wurden der Gänsefuß und die Brennnessel gefunden. Beide Gewächse können als Spinatersatz gegessen werden. Außerdem entwickeln die Samen der Brennnessel, in einer Pfanne ohne Fett geröstet, einen nussigen Geschmack. So sind sie als Topping für einen Salat oder für Müsli bestens geeignet. Sowohl die Pflanze als auch deren Samen sind übrigens vorzügliche Mineralienspender. Gegen Ende der kleinen Exkursion machte die Referentin noch auf die Knoblauchsrauke aufmerksam. Frisch gepflückt findet sie als Knoblauchersatz Verwendung. Sie ist jedoch nur für kalte Speise geeignet. Auch der Vogelknöterich wächst hier, der früher als Futter für die Sittiche zu Hause gesammelt wurde.

 

  Zum Abschluss ging es dann zum gemütlichen Teil über. Viele Fragen und Gespräche untereinander wurden dann bei einem Glas Dorheimer Wingertapfelsaft, frischem Roggenbrot vom Dorheimer Bäcker sowie dem von Ruth Müller zubereiteten vegetarischen Kräuteraufstrich geführt.

 

27. Mai 2022 - Vom NABU angelegte Blumenwiese in Friedberg-Dorheim

 

Blumenwiese, Blühwiese, Blühstreifen, diese Begriffe schwirren seit einiger Zeit durch die Lande. In der Regel werden diese Begriffe als gleichwertig angesehen, was jedoch nicht stimmt. Dr. Stefan Nawrath, Dipl.-Biologe und ausgewiesener Grünlandspezialist, bot daher an, das Begriffswirrwarr aufzulösen. Ende Mai trafen sich so rund 20 Interessierte an einer vom NABU Friedberg angelegten Blumenwiese am Nordrand von Dorheim.

  „Blumenwiesen – ausgelegt auf langfristigen Bestand – weisen eine lockere Vegetation mit heimischen Blumen, Gräsern und Kräuter auf“, so Nawrath. Witwenblume, Klappertopf, Margerite, Wiesensalbei oder Frühlingsprimeln sind derzeit hier zu finden. Beispielhaft für Kräuter sollen der Kleine Wiesenknopf, bei den Gräsern das Zittergras genannt werden. Viele Insektenarten finden hier Nahrung und Nistmöglichkeiten, sie wird aber auch von Vögeln und kleineren Säugern gerne angenommen.

  Bei Blühwiesen bzw. Blühstreifen werden häufig Samenmischungen mit einem mehr oder weniger hohen Anteil an nicht-heimischen Blühpflanzen ausgebracht. Anders als Blumenwiesen sind sie zumeist auf kurze Dauer angelegt. Nur wenige Arten wie z.B. die Honigbienen profitieren von diesen reinen Blühflächen. Sie ist jedoch in ihrem Bestand nicht gefährdet, anders als eine Vielzahl ihrer wilden Cousinen und anderen Insektenarten.

  Nawrath beschrieb anschließend die Arbeitsschritte zur Anlage der Blumenwiese und wie die Pflege zu erfolgen hat. 2017 begannen auf der besuchten Fläche die Arbeiten. Dankenswerterweise wurden etliche Bearbeitungsschritte wie das Fräsen durch einen Dorheimer Landwirt ausgeführt. Im Spätsommer – neben dem Frühjahr der beste Zeitpunkt für die Aussaat – wurde das gebietstypische Saatgut ausgebracht. Im Frühsommer 2018 zeigte sich die Blumenwiese erstmals in voller Pracht und das wiederholt sich seitdem jedes Jahr. „Übrigens wurde die Fläche weder gewässert noch gedüngt“, führte Nawrath aus. Wer jetzt annimmt, die Pflege dieser Blumenwiese sei aufwändig irrt. Gemäht wird zweimal im Jahr. Um Rückzugsgebiete für die Insekten zu schaffen, werden dabei rund 10 – 20 Prozent der Flächen nicht gemäht. Wichtig ist es, das Schnittgut abzuräumen. Da somit auch kein natürlicher Dünger dem Boden zugeführt wird, bleibt der Charakter dieser Blumenwiese erhalten. Das krasse Gegenbeispiel zu dieser Blumenwiese zeigt sich direkt am Hang zur Umgehungsstraße B 455. Billigstes Saatgut, falsche Mähzeitpunkte, Einsatz von Mulchgeräten, Liegenlassen des Grasabschnitts, hier kann keine Insekten freundliche Fläche entstehen.

  Nach so vielen Informationen war es Zeit für den Abschluss. Ruth Müller, Vorstand vom NABU Friedberg, bot Apfelsaft und Apfelwein vom Dorheimer Wingert sowie selbst hergestellten Likör der Myrobalane an. Fachgespräche rundeten die gelungene Vorstellung einer Blumenwiese ab.

 

15. Mai 2022 - Vogelstimmenwanderung

 

Bei herrlichem Wetter trafen sich in Ossenheim 15 Frühaufsteher zur Exkursion ins Vogelreich. Die beiden wichtigsten Ergebnisse vorweg – dieses Jahr scheint ein sehr gutes Nachtigallenjahr zu sein, während die Anzahl der Vogelarten mit 33 beobachteten Arten unter der Erwartung lag.

  Treffpunkt für die rund drei-stündige Exkursion war das Bürgerhaus in Ossenheim. Nach kurzer Begrüßung durch Axel Müller, NABU Friedberg, übernahm Dipl.-Biologe Gerd Bauschmann die Führung. Entlang der Wetter, durchs „Läuswäldchen“ bis zur Bahnstrecke begleitete die Teilnehmer ein wahres Nachtigallenkonzert. In dem dicht bewachsenen Uferrand fanden sich ebenso Zaunkönig, Zilp-Zalp und etliche Grasmücken ein. „Geschätzt haben wir alleine in diesem Bereich etwa 15 Nachtigallen verhört, ein besonderes Erlebnis“, sagte Müller.

  Die folgende Wegstrecke führte dann durchs freie Feld. Und hier herrschte nahezu Stille, nur einzelne Feldlerchen sangen ihr Lied. In der Feldflur zeigt sich die gleiche Entwicklung wie in anderen Teilen Hessens. Große und zusammengelegte Felder, kaum Ackerrandstreifen sowie das Vorherrschen von Wintergetreide – all das zusammen bietet den Vögeln der Feldflur kaum Schutz und ausreichend Nahrung bis in den Spätsommer. Die früher üblichen Heckenstreifen fehlen fast völlig – wodurch bei zunehmender Trockenheit der Bodenerosion Vorschub geleistet wird. Es war dann schon ein besonderes Erlebnis, als zwei der inzwischen stark bedrohten Rebhühner aufflogen. Auffällig war, dass sich die meisten Feldlerchen und die beiden Rebhühner auf Feldwegen oder Ackerrändern aufhielten. Das zeigt, wie wichtig naturbelassene Wege und breite Ackerrandstreifen für den Erhalt dieser Vogelarten und die Biodiversität sind.

  Im Ossenheimer Wäldchen waren wieder mehr Vogelarten zu hören. Erneut Nachtigallen, Buntspecht, Buchfink und Co. zwitscherten „was das Zeug hält“. Zurück ging es durch die mageren Reste der Streuobstwiesen. Steinkauz, Gartenrotschwanz und Goldammer – also typische Vertreter dieser Landschaft – konnten hier beobachtet werden. „Das waren neben den Nachtigallen, den Rebhühnern sowie dem Trupp Mauersegler, die wir im Ort sahen, die Highlights dieser Exkursion,“ erläuterte Bauschmann. „Sorgen bereiten dagegen die sog. Allerweltsarten, die entweder gar nicht oder nur wie Mehlschwalben in ganz geringen Stückzahlen zu beobachten waren.“

 

30. April - 1. Mai 2022 - Teilnahme am Markt im Park

Der "Markt im Park" fand erstmals statt. Organisiert von der Stadt Friedberg waren eine Reihe von Verkaufsständen im rathauspark aufgebaut. Anbieter regionaler Produkte hatten die Möglichkeit, sich und ihre Produkte vorzudtellen. Dieser "Regionalmarkt" wurde ergänzt durch ein buntes Rahmenprogramm, von pantomimischer Darstellung bis hin zu musikalischen Darbietungen.

Der NABU Friedberg nahm mit Produkten wie Fruchtaufstriche aus den Erzeugnissen der Streuobswiesen sowie diversen Nisthilfen teil.

29. April 2022 - Hochbeet bepflanzen mit unserer Kindergruppe

Begeistert - die Mädchen beim Pflanzen
Begeistert - die Mädchen beim Pflanzen

Auch dieses Jahr gab es wieder Hochbeete im Burggarten in Friedberg zu bepflanzen. Wie in den letzten Jahren auch, haben wir wieder eine Patenschaft übernommen.
Die Bepflanzung erfolgte zusammen mit Kindern unserer Kindergruppe. Unter Anleitung von Ruth Müller, die auch die Pflanzen besorgt hat, setzten die Mädchen dann die Kräuter im NABU Hochbeet. Zum Schluß wurden die Pflanzen noch angegossen und jede Pflanze erhielt noch ein kleines Schildchen.

Eine kurze Beschreibung sowie die Verwendungsmöglichkeiten in der Küche wurden seitlich am Beet auf einem weiteren Schildchen ebenfalls noch angebracht. Fertig. Nun heißt es, regelmäßig gießen nicht vergessen.

 

23. April 2022 - Pflanzentauschmarkt

Entspannte Atmosphäre mit ausreichend Abstand
Entspannte Atmosphäre mit ausreichend Abstand

 

Bereits zum neunten Mal veranstaltete der NABU Friedberg einen Tauschmarkt „Rund um Garten, Terrasse und Balkon“. Die gelockerten Vorgaben für die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus ermöglichten ein Tauschen ohne allzu große Einschränkungen. Der Zuspruch zu dieser Form der „Börse“ war wiederum groß. Vom Tütchen mit Samen über selbst gezogene Pflanzen bis hin zu größeren Sträuchern und Büschen, alles wurde getauscht. Sogar Pflanzgefäße und Übertopfe fanden neue Besitzer. Im Laufe des Nachmittags zeigte sich dann, dass vor allem Gemüsepflänzchen und insektenfreundliche Blumen stark nachgefragt wurden. Insbesondere bei Tomaten war „nicht genügend Masse“ vorgezogen worden. Und da waren es vor allem nicht die klassischen Sorten, sondern alte oder außergewöhnliche Tomatenpflanzen wie z.B. Flonda, Schlesische Himbeere oder Purple Sunrise, die stärker gefragt waren.

 

 Einige der Teilnehmer*innen sagten zu, wenn möglich Abhilfe zu schaffen und nochmals Pflänzchen auszusäen. Sollte dies gelingen, werden Anbieter und Nachfrager sich über die schon bestehenden Tauschgruppen per Smartphone austauschen. Aber wie es bisher nach jedem Tauschmarkt war, nach der Arbeit beim Aussäen oder Ausgraben ist vor der Arbeit. Denn schließlich müssen die Pflanzen ja auch wieder an Ort und Stelle in die Erde gebracht werden. „Auch dieses Jahr war unsere Tauschbörse wieder ein schöner Erfolg. Die Erfolgsgeschichte soll weiter geschrieben werden mit dem für den 8. Oktober geplanten nächsten Pflanzentausch“, sagte Ruth Müller vom NABU Friedberg. Und weiter: „Mit großem Interesse verfolgen wir Berichte, wonach von anderen Vereinen und Gruppen solche Tauschmärkte organisiert und durchgeführt werden. 

5. März 2022 - Steinkauzexkursion

 

Am 5. März war es wieder soweit und der NABU Friedberg lud, nach fast zwei Jahren „Corona-Pause“, zur Steinkauzexkursion am Dorheimer Wingert ein. Schon bei den Anmeldungen erlebten die Organisatoren eine Überraschung. „Mit so viel Interesse und Zuspruch zu unserer ersten Exkursion seit rund zwei Jahren haben wir nicht gerechnet“, so Axel Müller vom NABU Friedberg. „Aber wir freuen uns natürlich sehr an dem großen Interesse der Menschen, die Natur zu erleben.“ Und die Exkursion wurde auch zu einem vollen Erfolg.

 

 Wolfgang Köhler führte die Gruppe dann zu den bekannten Revieren am Wingert. Nach zögerlichem Beginn konnten die Besucher bereits an dere ersten Station die Steinkauzrufe vernehmen. „Auf die Rufe mit meiner Lockflöte antworten die Männchen und geben zu verstehen, dass das ihr Revier ist,“ erläuterte Wolfgang Köhler. Viele Fragen rund um den Steinkauz wurden bereits hier gestellt und fachkundig beantwortet. Eine große Überraschung erlebten die Teilnehmer dann beim nächsten Halt. Antwortete zunächst nur ein Kauz, kamen urplötzlich weitere Antworten aus drei unterschiedlichen Richtungen. Offensichtlich war auch die Gruppe unbewusst sehr nahe an eines der Paare herangegangen, denn die Antwort des kleinen Kobolds wurde immer heftiger. Übrigens – nur die männlichen Tiere geben diese Revierlaute von sich. Schließlich gelang hier einem der Teilnehmer das Paar mit seiner Wärmebildkamera aufzunehmen.   

 

 Beim letzten Halt herrschte dagegen Ruhe. Mit vielen Fragen rund um den Steinkauz, die Köhler alle zur Zufriedenheit beantworten konnte, näherte sich die Gruppe dem letzten Halt. Ruth Müller, NABU Vorstandsmitglied, hatte wie üblich noch eine „Versorgungsstation“ mit heißen Getränken und einem kleinen Imbiss aufgebaut. Und plötzlich war auch hier ein Steinkauz zu sehen und zu hören. Er „wollte wohl nachsehen, wer sich da in seinem Revier aufhielt“. Gestärkt und mit der Gewissheit, einen ungewöhnlichen Abend mit insgesamt sechs Steinkauzbeobachtungen verbracht zu haben, verabschiedeten sich die Teilnehmer.

NABU Friedberg - Spende zur Umrüstung der Weihnachtsbeleuchtung

NABU Friedberg spendet 300 € für die Friedberger Weihnachtsbeleuchtung
Ruth Müller und Harald Bernd übergeben eine Spende des NABU Friedberg an den Verein Friedberg hat´s.  Friedberg hat´s  finanziert unter anderem die Weihnachtsbeleuchtung auf der Kaiserstraße.
Die Geldspende ist zweckgebunden für eine Investition in die klimagerechte Ausgestaltung der Weihnachtsbeleuchtung.

Ulf Berger, Vorsitzender von Friedberg hat's,  freut sich für die unerwartete Geldspende von 300 €.

Der NABU Friedberg hat schon seit Jahren für die Umrüstung der Weihnachtsbeleuchtung in Dorheim auf LED-Lampen gespendet. Ruth Müller: "Als Friedberger Verein möchten wir dazu beitragen,  dass die Einkaufsstraße mit vielen attraktiven Einzelhandelsläden ein attraktives Erscheinungsbild beibehält. Und besonders wichtig für uns - wir wollen sicher gestellt wissen, dass nur Leuchtmittel mit geringem Energieverbrauch eingesetzt werden." 

5. November - Ausgabe der bestellten Obstbäume

Auch in diesem Jahr organisierte der NABU Friedberg wieder eine Sammelbestellung von Obstbäumen. Die Bäume wurden am 5.November gelieferet und konnten anschließend von den Bestellern abgeholt werden. Mit dieser seit Jahren erfolgreichen Aktion werden durch Nachpflanzungen die heimischen Streuobstwiesen gefördert und sie trägt damit zum Erhalt dieses artenreichen Biotops bei.
Von den insgesamt 78 bestellten Bäume konnte die Baumschule Rinn aufgrund des knappen Material und der starken Nachfrage liefern. Nahezu die Hälfte der gelieferten Bäume betrafen alte historische und lokale Sorten. Darunter waren auch etliche Dorheimer Streiflinge (Hessische Lokalsorte des Jahres 2009) sowie Friedberger Bohnäpfel (Hessische Lokalsorte des Jahres 2022).  Dieses Jahr machten wieder 18 Besteller von der AKtion die durch einen nennenswerten Betrag von der Stadt Friedberg unterstützt wird.

September/Oktober - Workshop zur Gestaltung der Fassade am Trafoturm

Am letzten September-Wochende startete ein Workshop zur Bemalung des Trafoturms.  Die Teilnehmer wählten zunächst die Motive aus, die sie dann zeichneten. Simon Kneip, Kursleiter, übernahm die Zeichnungen dann auf den Rechner und fertigte Ausdrucke an. Im zweiten Teil dieses Wochenendes übten die Teilnehmer, die bisher noch nie als Sprayer aktiv waren.

Am folgenden Wochenende startete dann die Umsetzung. Freihändig, nur mit einem Ausdruck "ihrer" Motive in der einen und der Spraydose in der anderen Hand ging es dann auf das Gerüst. Und dann wurde gesprayt, was das Zeug hält. Simon  stand natürlich immer mit Rat und Tat bereit. Nebenbei zauberte er auf drei Seiten des Turms noch die lokalen und zum Teil heute nicht mehr existierenden Motive.

25. September - 8. Tauschmarkt "Alles rund um Pflanzen"

 

 Kürzlich organisierte der NABU Friedberg bereits zum 8. Mal seinen Tauschmarkt „Alles rund um Pflanzen“. Bei Sonnenschein fand dieser im Streuobst-Erlebnispunkt am Dorheimer Wingert statt. Wie schon bei den Märkten im Frühjahr sowie im Vorjahr stand dieser jedoch ganz im Zeichen der Corona-Pandemie und den behördlichen Vorgaben. Im Vorfeld lud der NABU Friedberg seine Mitglieder sowie Teilnehmer früherer Märkte ein. Zugelassen waren nur diejenigen, die sich vorher angemeldet hatten und die Voraussetzungen der 3-G-Regel erfüllten. Die Anzahl der Teilnehmer war im Vergleich zu den ersten Märkten zwar geringer, aber es ergab sich trotzdem ein reger Austausch.

 

 Und die Besucher brachten von Samen über Pflanzen bis hin zu Erzeugnissen aus Gärten und Streuobstwiesen alles Mögliche mit. Standen am Anfang vor allem viele Gespräche zum Thema im Vordergrund, ging es anschließend fleißig ans Tauschen. Zucchini gegen Rosmarin, Stockrosensamen gegen Topinamburknollen, das und vieles mehr wechselte den Gartenfreund. Besonders erfreulich, der Imkerverein Friedberg und Umgebung war wiederum mit einem Stand beteiligt. Hier gab es viele Informationen rund um die Honigbiene sowie ihre „Cousinen“, den Wildbienen und Hummeln. Für den kleinsten Besucher, ein Traktorfan, gab es eine besondere Überraschung. Ein Teilnehmer ermöglichte dem kleinen Elliot eine Traktorrundfahrt über den Wingert, von der er sicher noch lange schwärmen dürfte.

 

 Bereits im Vorfeld wurden Stimmen laut wie „Gibt es auch Kaffee und Kuchen?“ Etwas, das die NABU-Aktiven in der Vor-Corona-Zeit für ein gemütliches Beisammensein bereitgestellt hatten und immer ein Besuchermagnet war. Im Hinblick auf die Corona-Pandemie hatte der NABU Friedberg aber darauf verzichtet. „Vielleicht ist ein Pavillon mit Kaffee und Kuchen beim nächsten Tauschmarkt im Frühjahr wieder möglich“, sagte Axel Müller vom NABU Friedberg. Auch die Teilnehmer schätzen inzwischen diese Veranstaltung und freuen sich auf die Fortsetzung im Frühjahr, wenn es dann zum Beispiel heißen könnte „Tomaten gegen Salat oder Avocado gegen heimische Wildstaude“.

19. September - Kelterfest auf dem Glauberg

Als Mitglied bei der hessischen Apfelwein- und Obstroute haben wir am Kelterfest am Glauberg teilgrnommrn. Nutzen konnten wir dazu das Umweltmobil der Umweltwerkstatt Wetterau. Leider war das Wetter recht kühl, wenig Sonne, und die Zahl der Besucher war pberschaubar.

27. August - Die Nacht der Fledermäuse

 

Es war wieder soweit – am letzten Augustwochenende fanden traditionell die europäischen Fledermausnächte statt. Anlass für die beiden NABU-Gruppen Bad Nauheim und Friedberg im Rahmen einer Exkursion Interessierten das Leben der vom Aussterben bedrohten Tiere nahe zu bringen. Ruth Müller und Maxi Heuer, beide vom NABU Friedberg, als Referentinnen nahmen die Besucher, darunter 20 Kinder, in Empfang. Die beiden Referentinnen schilderten in Form eines Frage- und Antwortspiels das Leben der Fledertiere. Wie groß sind die Zwergfledermäuse als kleinste heimische Art? Worin besteht ihre Nahrung und wie fangen sie diese? Gibt es bei uns blutsaugende Fledermäuse? Legen Sie Eier oder gebären sie lebende Junge? Diese und viele andere Themen wurden mit tollen Aufnahmen veranschaulicht. Es zeigte sich an diesem Abend, dass viele der Kinder schon ein beachtliches Wissen zu diesen Tieren haben, die schon seit rund 50 Mio. Jahren die Erde bevölkern.

 

 Zum Jagen setzen die Fledertiere Ultraschalllaute ein, dies wussten nahezu alle Besucher. Aber wie fangen sie ihre Nahrung wie Mücken oder Nachtfalter? Dies wurde anschließend mit einem lustigen Gummibärchen-Fangspiel verdeutlicht. Ähnlich wie die Fledermäuse, die mit ihrer Flughaut eine Art Schirm bilden und so die Beute fangen, gelang es den Kindern, die meisten Gummibärchen aus der Luft mit einer Falte an ihren Pullovern zu fangen. In der einsetzenden Dämmerung waren bald die ersten Schatten vorbeihuschender Fledermäuse zu sehen. Zeit, endlich die Detektoren aus- und alles andere Material wieder einzupacken.

 

 Und die vorhandenen Detektoren reichten aus, damit alle Geschwistergruppen jeweils einen zur Verfügung hatten. Und schließlich schlugen  die Detektoren überall an, noch bevor die Waldteiche in Bad Nauheim erreicht waren. Über der Wasserfläche konnten auch mit den mitgebrachten Taschenlampen viele Beobachtungen gemacht werden. Am Ende der Exkursion hatte die Gruppe eine beachtliche „Jagdstrecke“ erzielt. Gesichert waren die Beobachtungen von vier Fledermausarten, Zwerg- und Wasserfledermaus, Abendsegler sowie Bechstein-fledermaus. Sie alle konnten anhand unterschiedlicher Frequenzen und ihren Klicklauten geortet werden. Nach gut zwei Stunden ging es dann wieder zurück zum Parkplatz, wo sich die Besucher noch mit Informationsmaterial und schönen bebilderten Postkarten eindecken konnten. Ein schöner und erlebnisreicher Abend ging zu Ende.

22. August - Insektenexkursion: Von kleinen schwarzen Käfern

 

Die Lockerungen im Rahmen der Pandemie machen es wieder möglich – nach rund eineinhalb Jahren organisierte der NABU Friedberg wieder eine kleine Exkursion. Dieses Mal ging es ins Reich der Insekten mit Barbara Feldmeyer und Bernd Grillenberger als Referenten. Nach der Begrüßung durch Ruth Müller, Vorstandssprecherin des NABU Friedberg, übernahmen dann sie die weitere Führung.

 

 Doch bevor sich die kleine Gruppe in Bewegung setzen konnte, gab es etwas Theorie. So lassen sich Insekten von anderen Tiergruppen – wie z.B. Spinnen - insbesondere durch den dreiteiligen Körper – Kopf, Brust und Hinterleib – unterscheiden. Und die ausgewachsenen Insekten haben alle sechs Beine. Großes Erstaunen bei einigen Besuchern lösten schon die Zahlen der in Deutschland beheimateten Insekten auf. Schätzungsweise gibt es bei uns rund 33.000 Insektenarten.

 

 Dann ging es „endlich“ los und schon nach wenigen Metern konnten am Waldrand in Ockstadt die ersten Beobachtungen gemacht werden. Hummeln, Wildbienen, Raupen, Schmetterlinge, Fliegen, Käfer und Heuschrecken galt es zu entdecken. Zunächst sehr vorsichtig, dann aber umso intensiver, fingen die Kinder mit einem Kescher die verschiedensten Arten. Darunter waren auch selten zu beobachtende Insekten wie die Skorpionsfliege oder eine Raubfliege. An einem Feldholzhaufen gab es dann an Blättern der Brennnesseln ein ganzes „Nest“ von Raupen des Tagpfauenauges zu sehen. Überhaupt Schmetterlinge – außer einigen Kohlweißlingen war kaum eine andere Art vertreten. Schließlich brachten die Kinder in ihren „Beutezügen“ mit dem Kescher auch verschiedene Wanzen- und Käferarten bei. Gerade bei manchen Käfern ist die Artenbestimmung nicht einfach. Barbara Feldmeyer: „Mit kleinen schwarzen Käfern ist es wie mit kleinen braunen Vögeln, erst nach einer sehr genauen Betrachtung lässt sich häufig die Art erst bestimmen.“

 

 Insgesamt fiel allen Besuchern auf, es waren verhältnismäßig wenige Insekten da. Feldmeyer: „Bei den vielen Blüten am Waldrand waren eigentlich viele Beobachtungen zu erwarten. Woran das lag, ob das Wetter die Ursache war oder ob auch das schon ein Indiz für den weltweit beschriebenen Rückgang der Menge an Insekten ist, lässt sich so nicht beantworten.“

 

 Als dann ein Gewitter aufzog und der Blick auf die Uhr zeigte, dass die Gruppe schon gute zwei Stunden unterwegs war, wurde die Exkursion beendet. Die Exkursion machte aber Appetit auf mehr Einblicke in die spannende Welt der heimischen Insekten.

Juli/August 2021 - Unsere Hütte am Dorheimer Wingert

Nachdem alle Formalia erledigt waren, konnte endlich begonnen werden (Juli 2021)
Nachdem alle Formalia erledigt waren, konnte endlich begonnen werden (Juli 2021)

Lange Zeit herrschte absoluter Stillstand- Auf der Baustelle ging es überhaupt nich weiter.  Warum das so war, uns fehlte dafür leider jegliches Verständnis. Gut, um die Hütte gemeinsam mit dem Imkerverein Friedberg und Umgebung zu errichten, benötigten wir eine Baugenehmigung. Der Bauantrag für die Hütte, so wie sie jetzt errichtet wird, wurde zum Jahreswechsel 2019/2020 beim Bauamt eingereicht.

Im Sommer 2020 fragten wir dann nach, wie der Stand ist.  Schließlich gab es dann ein Gespräch mit allen Beteiligten - Bauamt, Stadt Friedberg, UNB. Die Stadt Bad Nauheim gab zu diesem Termin einige schriftliche Hinweise. Und wir dachten, damit ist es erledigt und wor können mit dem Bau starten. Aber von der Baugenehmigung hörten wir nichts mehr. Also fragten wir im November/Dezember 2020 nach und waren erschüttert. Uns wurde nach einigem Hickhack erklärt "Ich muss mir das erst einmal alles anschauen, komme aber wegen Home-Office nicht dazu, die Genehmigung fertig zu stellen. Das geht nur im Büro!". Die Genehmigung wurde uns kurzfrsitig in Aussicht gestellt. Trotzdem dauerte es noch bis Mitte Februar 2021, bis wir die Baugenehmigung für eine Lagerhütte in der Größe 4x5 Metern hielten. Dann musste noch eine Baubeginn-Anzeige eingereicht werden, eine Statik musste erstellt werden und die Holzhütte musste eingemessen werden. Und als alles fertig war, konnten wir wegen des Lockdowns erst einmal nicht starten. 
Im Juli und August 2021 starteten wir dann mit den Bauarbeiten - in eigener Regie. Helfer fanden sich auch genügend ein. Schließlich konnten wir die Hütte "quasi im Rahobau" fertigstellen. Und als dann noch die Fenstere und Türen eingebaut waren und das Dach fertig gedeckt war, haben wir jetzt einen regensicheren Unterstand. Und bereits kurz nach dem Bau konnten wir erste Gegenstände wie Werkzeug, einige Nistkästen u.ä. einlagern.

Wir konnten uns nun unserem zweiten großen Projekt zuwenden - dem zum Tierhotel umgebauten ehemaligen Trafoturm.

Weitere Bilder vom Hüttenbau

Mai 2021 - Tauschmarkt unter Corona-Bedingungen

Der Restetisch war sehr schnell geplündert
Der Restetisch war sehr schnell geplündert

Auch wenn die Corona-Pandemie unsere Aktivitäten weiter stark einschränkt, haben wir einen Weg gefunden, den beliebten Pflanzen-Tauschmarkt abzuhalten. Das Konzept: Alle Interessierten hatten die Möglichkeit, ihre Tauschwaren auf das NABU-Grundstück am Streuobst-Erlebnispfad in Dorheim zu bringen. Zutritt war immer nur einer Familie möglich, dies wurde auch von NABU-Aktiven kontrolliert. 

Die Pflanzen wurden dann entsprechend dem vorher abgefragten Interesse nach Nachfrage sortiert.und  konnten dann später von den Interessierten abgeholt werden.

Ein Tisch mit "Zusatz- Pflanzen" war ebenfalls eingerichtet, der am Ende dann ebenfalls komplett geräumt war. Der Zugang zum Tauschmarkt war immer nur einer Person bzw. Familie möglich, was vom NABU kontrolliert wurde.

Aus dieser Tauschbörse hat sich inzwischen auch eine Gruppe zusammengefunden, die auch unabhängig von einem festen Termin Kontakt hält und viele Pflanzen, Samen und sonstiges untereinander austauscht.
Mehr zum Tauschmarkt hier