21. August - Fledermausexkursion mit unserer Kindergruppe

Unter Corona-Bedingungen - Abstand halten, Mund-/Nasenmasken, kleine Gruppe - haben wir eine fledermausexkursion in Dorheim an der Wetter durchgeführt. Teilnehmer waren 8 Kinder aus der Kindergruppe, 5 Eltern sowie die NABU-Aktiven Maxi, Ruth und Axel. Nach der Einführung am Halteplatz vor der Brüder-Grimm-Schule in Dorheim ging es dann mit Detektoren "bewaffnet" los auf die SUche  nach Fledermäusen. Dabei erhielt jedes Kind einen eigenen Detektor. Die ersten Erfolge erzielten die "Jäger" bereits am Treffpunkt. Die ersten Zwergfledermäuse konnten über der Wetter geortet werden. Bei zunehmender Dunkelheit wanderte die Gruppe dann in Richtung Eisenbahnbrücke über die Wetter. Dort wurden konnten dann neben Zwergfledermäusen auch Abendsegler und Wasserfledermäuse beobachtet werden. Nach ca. 1,5 Stunden ging es dann zurück, die Kinder waren müde, aber froh bei einer solch erfolgreichen "Jagd" dabei gewesen zu sein.

Unsere Schleiereulen

Juli 2020 - Die Schleiereulen sind erwachsen und inzwischen ausgezogen

Mäuse-Mahlzeit
Mäuse-Mahlzeit

Es deutete sich bereits im Juni an -die jungen Schleiereulen werden erwachsen. Immer häufiger zeigten die Bilder Flugversuche der Schleiereulen. Sie wurden immer mobiler und nutzten inzwischen auch den gesamten Nistraum aus. Sie wurden aber weiter versorgt von den Eltern, die fleißig Mäuse anschleppten. Etwa 3 - 4 Mäuse benötigt eine Schleiereule pro Nacht. Hochgerechnet auf eine Woche entspricht das bei 5 Jungen und den Eltern rund 25 Mäuse pro Nacht und 175 Mäuse in der Woche. Hätten wir mehr dieser Eulen bei uns, müssten wir sicher nicht über Mäusegift auf den Feldern nachdenken.
Ab Ende Juni bis Mitte Juli lieferte unsere Wildkamera immer weniger Bilder, danach hörten die Besuche im Turm dann völlig auf. Die Schleiereulen sind ausgezogen! Für die NABU-Aktiven beginnt damit die Zeit, in der weitere Baumaßnahmen wie der Einbau von Fledermausquartieren und diversen Vogelnistkästen erfolgen kann. Ist das alles beendet, werden wir schließlich an die äußere Gestaltung der Fassade gehen. Hier sollen ja alte Dorheimer Motive sowie Tierbilder aufgebracht werden, damit bereits die Fassade des Turms an dieser Prominenten Stelle zu einem Blickpunkt wird.

Schleiereulen bewohnen den Trafoturm

Mit viel Enthusiasmus ist Karl-Heinz Schäfer vom Vorstand des NABU Friedberg im Sommer 2019 an die Planungen für den Ausbau des Trafoturms am Dorheimer Friedhof zum Tierhotel gegangen. Und er beschränkte sich nicht nur auf die Planung, sondern war auch die treibende Kraft für die Realisierung. So installierte er zusammen mit seinem Bruder im Inneren des Turms ein stabiles Gerüst. Ende September war es dann soweit – ein Quartier für Schleiereulen war eingebaut sowie ein Mauerdurchbruch als Einflugloch geschaffen. Zum Jahresende hin gab es dann erste Hinweise, dass Vögel den Kasten inspizierten. Eine Lichtschranke mit Zählwerk zeigte entsprechende Bewegungen an. „Wir wussten allerdings nicht, welche Vögel den Nistraum besuchten,“ sagte Ruth Müller vom Vorstand des örtlichen NABU.

 Bei einer Kontrolle in der zweiten Märzhälfte fanden die NABU-Aktiven dann erstmals tote Mäuse im  Nistraum. Kurze Zeit später lagen auch die ersten Eier in der dunkelsten Ecke und es deutete vieles daraufhin, dass tatsächlich Schleiereulen den Raum im alten Trafoturm als Quartier angenommen hatten. Die Bestätigung folgte durch die Bilder einer Überwachungskamera. „Inzwischen wurden 5 Eier gelegt und auch ausgebrütet. Am 23.4. lag das erste Küken im Nistraum, am 1.5. waren alle 5 Küken geschlüpft. Nun hoffen wir auf eine weitere erfolgreiche Aufzucht“, führt Ruth Müller aus.

Inzwischen sind auch alle 5 Jungen von Gerd Bauschmann (25. Mai) beringt worden und die "Flugübungen" der Jungvögel innerhalb des großzügigen Nistraums sind gestartet.

 Bei der Gelegenheit bedankt sich der Vorstand des NABU Friedberg bei allen Unterstützern des Projektes. Dazu zählen Gerd Bauschmann und der Ortsvorsteher Dr. Klaus Rack, aber auch Bürgermeister Dirk Antkowiak. Viele Dorheimer Geschäftsleute und Bürger sowie die Volksbank Mittelhessen und der NABU Bundesverband haben das Projekt finanziell unterstützt. Und der NABU Friedberg hofft darauf, dass dieses Projekt auch noch als Gewinnerprojekt bei der Umweltlotterie GENAU ausgewählt wird.

 Solange das Brutgeschäft und – hoffentlich – die Aufzucht der Jungen im Gange ist, werden die weiteren Arbeiten am Trafoturm ruhen. Dies betrifft sowohl die Einrichtung eines größeren Quartiers für Fledermäuse, die Anbringung weiterer Nistkästen sowie die angekündigte Bemalung der Fassade. Interessierte Bürger können natürlich an der weiteren Entwicklung im Schleiereulenkasten teilhaben. Hier finden Sie aktuelle Fotos

Das Team der Umweltlotterie GENAU zu Gast am Wingert

Bereits vor einiger Zeit erhielt der NABU Friedberg den wöchentlich gezogenen Hauptpreis von 5.000 € in der Umweltlotterie GENAU. Mit dem Geld wurde der weitere Ausbau des Streuobst-Erlebnispfads am Wingert bei Dorheim finanziert. Angeschafft wurden weitere Informationstafeln und es konnte eine Trockenmauer errichtet werden.  Vor wenigen Tagen erhielt der NABU Friedberg nun die Förderplakette. SIe wurde überreicht  vom stellv Geschäftsführer H. Sausmikat und Frau Ostersetzer vom Projektrat der Umweltlotterie GENAU.

16.5. - Tauschmarkt "Alles rund um Garten, Terrasse und Balkon"

Ursprünglich bereits Ende April geplant und schließlich in deutlich abgespeckter Form realisiert - unser inzwischen gut eingeführter Marktplatz für den Tausch von Pflanzen oder alles, was der Gärtner für den heimischen Garten, die Terrasse oder den Balkon gebrauchen kann. Der NABU Friedberg bot allen Interessierten an, ihre überzähligen Pflanzen oder anderes auf großen Aussengelände anzubieten.

Selbstverständlich wurden alle Vorgeban wie Einlassbeschränkung, Tragen von Mund- und Nasenmasken, Stationen und Möglichkeiten zur Händedesinfektion eingehalten und von NABU-Mitgliedern überwacht.  Auch die Einhaltung des Mindestabstands und ein separater Ein- und ein Ausgang aus dem abgegrenzten Grundstück wurde eingerichtet. 

Mit  31 Besuchern war der Tauschmarkt und den gegebenen Bedingungen aus NABU-Sicht erfolgreich, auch wenn er hinter den Veranstaltungen der Vorjahre zurückblieb. Dabei gilt es aber zu Bedenken, dass wegen dere Corona-Pandemie und den geltenden Einschränkungen völlig auf ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee, Kuchen und Apfelsaft vom Wingert verzichtet wurde. Auch die ausführlichen Informationsangebote zum naturgerechten Gärtnern sowie zur Anlage von Blumenwiesen oder insektenfreundlichen Staudenbeeten und Hecken wurde verzichtet. Ruth Müller: "Unser Ziel ist es, Anfang September einen weiteren Tauschmarkt abzuhalten. Bei diesem stehen aber sicher wieder andere Dinge wie z.B.  die Früchte des Gärtnerns mehr im Vordergrund. Wir werden sehen, ob und in welchem Umfang dies dann möglich sein wird."

12.5. - Friedberg zum Anbeissen: Hochbeet der Kindergruppe des NABU Friedberg

Erstmalig beteiligte sich der NABU Friedberg an der Aktion "Friedberg zum Anbeissen". Leider wurde auch die ursprünglich von der Stadt geplante große Veranstaltung durch die Corona-Pandemie betroffen. Übrig blieben nur die Bepflanzungen von Hochbeeten, die im Burggarten Friedberg stehen. Der NABU Friedberg hatte geplant, die Bepflanzung mit der Kindergruppe durchzuführen. Wegen "Corona" bepflanzten dann Ruth und Steffi Müller das Hochbeet "für die Kindergruppe". Getreu dem Motto "Friedberg zum Anbeissen" wurden diverse Kräuter sowie Gemüsepflanzen gepflanzt bzw. eingesät. "Dabei haben wir insbesondere darauf geachtet, dass auch etliche insektenfreundiche Pflanzen in das Hochbeet eingesetzt werden. Seit einigen Jahren richten wir unser Augenmerk insbesondere auf die Bereitstellung von Nahrung für Insekten, die in ihren Beständen dramatisch eingebrochen sind", sagte Ruth Müller. "Leider herrscht bei uns immer noch die industrielle Landwirtschaft mit einer intensivierten Landbearbeitung, zu viel Pestizid- und Düngeeinsatz vor. Die in Mode geratenen Steingärten - häufig genug ein Verstoß gegen die Bebauungspläne - tun ein Übriges."

Mitgliederversammlung des NABU Friedberg am 12. März 2020

In der Mitgliederversammlung stellte Ruth Müller, Sprecherin des Vorstands, den Bericht des Vorstands für 2019 und einen Ausblick auf 2020 vor. Umfangreiche Arbeiten flossen in die drei größten Projekte des NABU Friedberg.Trafoturm in Dorheim
Dieser wurde 2019 von der Stadt Friedberg dem NABU übergeben, der diesen zum Tierhotel umgestalten möchte. Nach dem Einbau eines stabilen Gerüstes im Inneren wurde bereits ein Nistraum für eine Schleiereule eingerichtet. In der ersten Märzwoche 2020 wurden erstmals tote Mäuse in diesem Kasten gefunden. Dies belegt, dass der Nistraum bereits angenommen wird. Weitere umfangreiche Arbeiten stehen noch an.

NABU-Grundstück am Dorheimer Wingert
Bei der erforderlichen Überarbeitung des Bauantrags für eine Lagerhütte, die wie das Grundstück auch, gemeinsam mit den Imkern (Imkerverein Friedberg und Umgebung) genutzt werden soll, gab es erhebliche Verzögerungen. Der Änderungsantrag zum Bauantrag wurde somit erst im Januar 2020 beim Bauamt eingereicht. Die Rückmeldung steht noch aus. Wir erwarten aber eine positive Nachricht, da wir im Vorfeld bereits mit der Unteren Naturschutzbehörde den Antrag abgestimmt hatten.
Sobald wir einen positiven Bescheid erhalten haben, werden wir an die Umsetzung der Planung gehen.

Blumenwiese an der Diebsschleiche in Dorheim
Die Einsaat entwickelte sich Anfang 2019 sehr gut und wir konnten das Ergebnis im Juni den Besuchern im Rahmen einer Veranstaltung vorstellen. Das rund 1.300m² große Grundstück wurde 2 mal gemäht, wobei jeweils ein Teil stehenblieb. Diese Flächen stellen ein Rückzugsgebiet für Insekten und Kleinsäuger dar. Mit der Entwicklung der Pflanzenwelt in 2019 waren wir sehr zufrieden. Auch eine ganze Reihe von mehr der weniger seltenen Insekten konnten hier beobachtet werden.

 

Eine Zusammenstellung der wichtigsten Aktivitäten finden Sie im Tätigkeitsbericht.

 

Nach der Vorstellung des Kassenberichtes und des Berichtes der Kassenprüferinnen wurde der Vorstand entlastet. Der NABU Friedberg wurde im Dezember 1978 gegründet und besteht damit inzwischen über 40 Jahre. In der Mitgliederversammlung wurden 8 weitere Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft mit einer Urkunde und einer Ehrennadel ausgezeichnet. Weitere Mitglieder wurden für 20 Jahre ausgezeichnet, darunter auch das heutige Vorstandsmitglied Harald Bernd.    

 

7. März - Steinkauzexkursion über den Wingert

Es regnete nicht und es war fast windstill – beste Voraussetzungen also für die vom NABU Friedberg angebotene Steinkauzexkursion. Und so begaben sich unter Führung von Wolfgang Köhler, langjähriges NABU-Mitglied, eine Gruppe Interessierter auf die Exkursion über den Dorheimer Wingert. Köhler beschrieb zunächst das Leben der Steinkäuze und machte deutlich, „dass der possierliche Steinkauz sein Lieblingsvogel ist.“

 

  Auf dem Weg über den Wingert, einer etwas anderen Route als in den Vorjahren, waren recht schnell die ersten Rufe von Steinkäuzen zu hören, nach dem Köhler seine Lockflöte auspackte. Nach kurzer Zeit waren dann Rufe aus zwei unterschiedlichen Richtungen zu vernehmen. Schließlich entspann sich ein „Wettstreit“ um das Revier, der mit energischen Warnrufen ausgetragen wurde. Die Gruppe verharrte hier eine ganze Weile und lauschte. Zwischendurch ließen sich auch Amseln und Singdrosseln vernehmen. Langsam ging es dann zu einem weiteren bekannten Revier. Dort war aber an diesem Abend „niemand zu Hause und vielleicht gerade mit der Nahrungsbeschaffung beschäftigt“.

 

  Kurz vor dem Ende der Exkursion, die wie – fast immer beim NABU Friedberg – mit einem kleinen Imbiss und heißen Getränken endete, konnten die Besucher das nächste „Streitgespräch unter Käuzen“ vernehmen. Offen blieb nur, ob es zwei oder gar drei Exemplare waren, die ihr Revier verteidigten. Ebenfalls aktiv war auch eine Waldohreule, die am Rand vom Dorheimer Wingert rief.

29. Februar - Sauberes Friedberg: Wir haben uns an der Müllsammelaktion in Friedberg beteiligt

Mit einer Helfer-Gruppe von 16 Personen hat sich der NABU Friedberg alleine in Dorheim an der Müllsammelaktion Sauberes Friedberg beteiligt. Hinzu kamen weitere NABU-Mitglieder in den anderen Stadtteilen. Marion Götz, Erste Stadträtin in Friedberg, zu dem Engagement des NABU Friedberg: "Ihnen und allen Aktiven möchte ich bei dieser Gelegenheit nochmals herzlich danken für Ihren tollen Einsatz am gestrigen Tag !"

Den Dank gibt Ruth Müller, Vorstandssprecherin des NABU Friedberg, gerne an alle NABU-Mitglieder, die sich beteiligt haben weiter. Hervorgehoben werden sollen auch die Kinder der NABU-Gruppe, die ebenfalls an der Sammelaktion beteiligt waren.

 

15. Februar - Obstbaumschnittkurs

Wie werden Obstbäume geschnitten? Wann ist der richtige Zeitpunkt hierfür und welche Werkzeuge werden benötigt? Gibt es Empfehlungen, die gleichermaßen für alle Obstbaumsorten und Bäume in unterschiedlichen Altersstadien gelten? Viele Fragen rund um die Pflege von Obstbäumen bewegten die 16 Teilnehmer, die sich für den Obstbaumschnittkurs des NABU Friedberg angemeldet hatten. Jürgen Faust, Gärtner mit langjähriger Erfahrung in der Obstbaumpflege, stillte als Referent – wie in den Vorjahren – den Wissensdurst der sehr engagierten Teilnehmer.

 

  Nach einer kurzen Begrüßung durch Axel Müller vom NABU Friedberg startete der Workshop mit Tipps rund um die erforderlichen Arbeitsgeräte. Beim Schnitt junger Bäume sollte das Augenmerk auf der Bildung eines stabilen Astgerüstes mit drei bis fünf Leitästen liegen. Mittelalte und ältere Bäume gilt es auszulichten. „Ein Ast sollte nur eine Wuchsrichtung aufweisen“, so Faust. Gegenseitiges Verschatten führen nur zu Konkurrenz, die sich nachteilig auf die Fruchtbildung auswirkt. Am Holz bildet sich dann teilweise massiver Flechtenbewuchs heraus und den Fruchtansätzen fehlen in diesem Fall Licht und Luft.

 

  „Eine der wichtigsten Regeln beim Baumschnitt ist, immer wieder den Baum aus ein paar Metern Entfernung anzuschauen“, führt Faust aus. Und weiter: „Erst dann kann beurteilt werden, wo noch weitere Schnitte notwendig sind.“ Während bei Baumsorten wie Apfel und Birne der Formschnitt im Winter erfolgen sollte, gilt das z. B. nicht für Kirschen. Hier sind umfangreichere Schnitte nach der Ernte sinnvoll. Gelegentlich werden statt der für Streuobstwiesen üblichen Hochstämme sogenannte Halbstämme zur Neupflanzung empfohlen. Sofern diese nur unzureichend gepflegt werden, erreichen sie aber die gleiche Höhe wie Hochstämme. Im Unterschied zum Hochstamm, dessen bei 1,80 bis 2 Meter am Stamm, liegt die Kronenhöhe beim Halbstamm bei etwa 1,20 bis 1,60 Meter. „Die niedrige Krone ist jedoch beim Mähen hinderlich“, führte Faust aus.

 

  Anschließend begann dann der praktische Teil des Kurses. Dabei leiteten Jürgen Faust und Steffi Müller, NABU Friedberg, die Teilnehmer an. Nach einer kleinen Stärkungspause mit Kaffee, Apfelsaft und Kuchen ging es dann auf eine kleine Rundtour, bei der Schnittmöglichkeiten bei verschiedenen jüngeren Obstbäumen besprochen wurden. Nach rund vier Stunden endete der Schnittkurs für die sehr zufriedenen Teilnehmer und die Organisatoren.

 

19. Januar - Grenzgang in Ossenheim

12. Januar - Spaziergang in die Dorheimer Geschichte - die großen Gutshöfe und der Adel

Plan des alten Dorheim - Die Wetter (Bildmitte) begrenzt Dorheim nach Norden, am unteren Rand der Breidenbach`sche Hof
Plan des alten Dorheim - Die Wetter (Bildmitte) begrenzt Dorheim nach Norden, am unteren Rand der Breidenbach`sche Hof

Wer sich mit der lokalen Geschichte befasst, stellt schnell fest – manche Stadtteile Friedbergs sind älter als die Kernstadt selbst. Und sie haben in Sachen Kultur einiges zu bieten.  Das am Beispiel Dorheims vorzustellen, hatten sich der NABU Friedberg und der Referent Dr. Klaus Rack, Ortsvorsteher und Historiker, beim traditionellen Spaziergang zum Jahresanfang als Thema gewählt. Das Interesse war groß und so konnte Ruth Müller, vom NABU Friedberg rund 45 Gäste begrüßen. Bevor dann Dr. Rack die Führung in die Historie Dorheims startete, ermöglichte der NABU, den Trafoturm und die bisherigen Einbauten zu besichtigen. Den Turm hatte der NABU im Sommer von der Stadt Friedberg zum Umbau in ein Quartier für Schleiereule, Fledermaus und Co. übernommen.

 Dr. Rack führte die Gäste dann in die Historie Dorheims. Bereits im 13. Jh. befand sich im Bereich des heutigen Schlosses eine Wasserburg. Das umfangreich sanierte und umgebaute Schloss ist heute im Eigentum der  Grafenfamilie Solms-Laubach. Rund um das Schloss entstanden einige größere Hofgüter wie der Breidenbach’sche, der Reif’sche und der Mühlhof, deren Gebäude heute noch erhalten sind. Weitere ehemalige Höfe, teilweise mit schön renoviertem Fachwerkfassaden, befinden sich im alten Ortskern. Zu den prominenten Bürgern der Gemeinde gehörte auch der Gutsbesitzer Karl Breidenbach, der1905 als Abgeordneter in den Hessischen Landtag zu Darmstadt gewählt wurde. Aus diesem Anlass stiftete seine Mutter zwei farbige Kirchenfenster, die von Prof. Linnemann gestaltet wurden. Neben vielen Glasfenstern u.a. in Frankfurt realisierte Linnemann auch Fenster für die Friedberger Stadtkirche. Die Bilder sind heute noch in der Johanniskirche vorhanden und einen Blick wert.

  Das Amt Dorheim, zu dem seinerzeit das heutige Bad Nauheim gehörte, war lange Zeit kurhessisch, während die umliegenden Gemeinden Hessen-Darmstadt zugeordnet waren. Diese Insellage und die Sympathie einiger Dorheimer zur Gruppe um die Revolutionäre Büchner-Weidig führten vermutlich dazu, dass sich Büchner vor seiner Flucht aus Deutschland einige Tage in Dorheim aufhielt. Nach vielen Informationen ging es dann noch zum Abschluss des gelungenen Spaziergangs in den Hof der Familie Rack. Bei vom NABU gereichten heißen Getränken und Weihnachtsplätzchen wurde umfangreich diskutiert und festgehalten, Dorheim ist auch in touristischer Hinsicht einen Besuch wert.

  Nur kurz gestreift wurden die "alte Kinnerschul", das Hanauische Amtshaus - heute eine "provisorische" KITA, der ehemalige Veithhof. Da einige Besucher froren, wurde der Rundgang durch die Kreuzgasse einer der ältesten Teile Dorheim nicht mehr durchgeführt. Mit Erstaunen nahmen die Besucher auf, als Klaus Rack über die vielen Gasthäuser sowie das Cafe Faber, in dem auch Frauen zugelassen waren, berichtete.  Dies war übrigens ein Zeichen für den Wohlstand der Gemeinde in der damaligen Zeit. Nach Süden war Dorheim an der Straße nach Friedberg durch das Obertor (auf der Höhe der Fa. Steinwachs) und nach Norden durch das Untertor in Höhe der Wetterbrücke eingegrenzt. Beide Gebäude sind leider nicht mehr vorhanden.